Worte und Taten

Ich bin sicher, Generalsekretär Gorbatschow ist damit ein verstanden, daß sich das Vertrauen auf Taten gründen muß und nicht nur auf Worte. Das steht hinter den Vorschlägen, die die Vereinigten Staaten bisher gemacht haben, und nach unseren Taten wird man uns beurteilen.

(Ronald Reagan in seiner Erklärung
zum Abschluß des „Genfer Gipfels“)

Der Präsident und der Generalsekretär erörterten die Verhandlungen über die nuklearen und die Weltraumwaffen. Sie stimmten überein, die Arbeiten in diesen Verhandlungen zu beschleunigen, um die Ziele zu erreichen, die in der gemeinsamen amerikanischsowjetischen Erklärung vom 8. Januar 1985 festgelegt worden waren, nämlich, ein Wettrüsten im Weltraum zu verhindern und es auf der Erde zu beenden sowie die Zahl der Atomwaffen zu begrenzen und zu verringern und die strategische Stabilität zu verbessern.

(Aus der gemeinsamen Schlußerklärung
von Gorbatschow und Reagan)

Beide Zitate sind den in der „Süddeutschen Zeitung“ vom 22. November wiedergegebenen Dokumenten des Gipfeltreffens entnommen. Sie finden sich auf Seite 10. Auf Seite 9 findet sich folgendes:

USA stimmen gegen Begrenzung der Atomrüstung

New York (dpa)

Der Hauptausschuß der UNO-Vollversammlung hat mit meist großen Mehrheiten eine Reihe von Resolutionen verabschiedet, die eine Begrenzung der atomaren Rüstung zum Ziel haben. Die USA und die meisten ihrer Verbündeten, darunter die Bundesrepublik, stimmten mit einer Ausnahme gegen die größtenteils aus den Vorjahren übernommenen Vorlagen, die teils von Staaten der Dritten Welt, teils vom Ostblock eingebracht worden waren. Die Resolutionen werden jetzt dem Plenum vorgelegt.

Drei Entwürfe, die alle mehr als hundert Ja-Stimmen erhielten, fordern ein Einfrieren der Atomwaffen. Nur auf 62 Ja-Stimmen (bei elf Nein-Stimmen und 56 Enthaltungen) kam der Ostblock mit seinem Vorschlag, daß die Genfer Abrüstungskonferenz Verhandlungen mit dem Ziel eines Verbots von Neutronen-Waffen aufnehmen sollte. Ohne Gegenstimmen bei Enthaltung unter anderem Großbritanniens, der USA und Frankreichs verabschiedete der Ausschuß einen Entwurf, in dem Bemühungen für ein Produktionsverbot von spaltbarem Material für Atomwaffen gefordert werden. Antragsteller waren unter anderem Österreich, Dänemark, Japan, die Niederlande und Rumänien. Zuvor schon waren in dem Ausschuß mehrere Resolutionen verabschiedet worden, bei denen nur die USA mit Nein stimmten, unter anderem die Forderung nach einem Verbot der Entwicklung und Produktion neuer Massenvernichtungsmittel.