Was wird er nicht noch alles!

Haider ist richtig leicht auszurechnen. Er ist ja so billig gemacht! Er wird eine Parteifahne einführen und eine Parteihymne und ein Parteimaskottchen. Er wird in die Bandenwerbung in Sportstadien einsteigen, Dressenwerbung machen und Haiderdosenbier auf den Markt bringen. Es ist keine Wundertüte, aus der er zau­bert, sondern die kapitalistische Schmähtüte, die er bis zum Boden plündert. Er wird den rotweißroten Schal einfuhren, einen Dr. Jörg Haider-Preis stiften und Telefonwertkarten verschenken („Jörg wählen!“). Er wird ein Freizeichen-Privatradio machen, eine Mode-Kollektion vorlegen, ein Gewinnspiel mit einem blauen Polo als Hauptpreis veranstalten. (Pardon. ich hör’ grad, sowas hat er schon. Beim Parteitag in Linz gabs die „Verlosung eines blauen VW-Golf“.) Einen Haider kann sich jedes Kind daheim selber zusammenbauen. Er wird Lichtreklame machen und Werbung auf Taxis und auf Leitplanken und ein gestyltes Fanclub-Magazin herausbringen. Er wird ein Seefest machen und ein Schneefest, ein Landfest und ein Stadtfest, er wird Autogrammstunden in Kaufhäusern geben und ein topdesigntes Blaues Haus aufmachen (mit Multimedia, Polittalks, Shows, Beratung, Service, Bürgerhilfe usw.). Er wird nichts machen, was es nicht schon gibt, und nichts auslassen, was irgendwer irgendwo schon hat. Er wird der CDU die Plakatslogans „Freiheit wählen!“ und „Freiheit statt Sozialismus!“ fladern und sich von Josef Klaus (ÖVP) die Losung „Ein echter Österreicher!“ borgen. Es ist ja alles schon da, wie geschaffen für die FPÖ. Er wird ein Künstlerfestival gründen, eine Beauty-Line „Jörg!“ über Bipa vertreiben lassen und eine Haider-Tennis-Trophy veranstalten. (Halt. Wieder zu langsam gedacht. Es gibt in Kärnten bereits ein „Dr. Jörg Haider-Tennisturnier“). Er wird ein Haider-TV machen a la Stern-TV oder Spiegel-TV, einen Parteitag in den Swarovski-Kristall-Welten abführen und einen Bildband mit 1000 bisher unveröffentlichten Fotos über seine Star-Karriere in die Libro-Märkte bringen. Er wird sich noch oft diebisch freuen, wenn er wieder irgendwo irgendeinen Schickimicki-Schnickschnack derlangt. Er wird einen Künstler ein Snowboard gestalten lassen, einen Song mit den Schürzenjägern aufnehmen und sich die Patronanz über eine Exekutive-Abteilung zulegen. Er wird groß in Israel Urlaub machen und Kronenzeitung-Ombudsmann werden, den bereits erprobten Slogan „Wir Demokraten“ zu „Wir sozialen Demokraten“ ausbauen und den Aktivkarten-Besitzern fünf und den Mitgliedskartenbesitzern zehn Prozent Rabatt bei Billa, Merkur und Hartlauer bieten. Er wird dies und er wird das. Er wird kein Auge zutun können, um nicht irgendeinen Gag, der irgendwo in Umlauf ist, zu übersehen.