Vorschlag, einmal einen Standpunkt einzunehmen, von wo aus man ein bißchen weiter sieht

Wie lächerlich ist, z.B. vom mexikanischen Matehuala aus gesehen, das Aufjaulen in Österreich, wenn Haider dem Innenminister vorwirft, einen neuen fetten Dienstwagen zu fahren. Ob wir uns über den neuen fetten Dienstwagen entrüsten oder über die Lüge vom neuen fetten Dienstwagen, wir entrüsten uns zuunrecht. Wie versnobt müssen wir der Textilfärberin im chinesischen Tsining scheinen, zwischen einem Lackaffen mit Mascherl und einer Lackäffin mit Perlenkette hin- und hergerissen zu sein. Wie total pervers, uns an Meischbergers Fackereien und nicht z.B. an denen von Union Carbide in Indien und anderswo zu orientieren. Für wie verrückt müssen uns die unter der (auch von Österreich unterstützten) Politik der Türkei leidenden Kurden halten, daß wir uns hier auf angebliche Unterschiede zwischen SPÖ, ÖVP, FPÖ, LIF, Grünen, KPÖ, und VGÖ spezialisiert haben! Angesichts von Milliarden unter Hunger gesetzten Menschen weltweit, ist das, was wir hier treiben, eine Diskussion über die Farbe des Fenstersimses an einem Gebäude, das von Grund auf falsch ist. Welch groteske Verirrung in Anbetracht dessen, was an einem halben Tag an der Börse zu New York mit hunderttausenden Lohnarbeitern passiert, uns über die schusselige Wortschöpfung von der „Dritten Republik“ zu mokieren! Oder Haider-Plakate nachzubessern, während begonnen worden ist, im Labor Lebewesen umzubauen! Solche hoffnungslos sich verlaufende Menschen sollen politisch klug sein? Nein.

Von einem Standpunkt mit etwas mehr Übersicht aus betrachtet sind Vranitzky, Haider & Co. gar nicht vorhanden. Vorhanden ist der Kapitalismus, der weltweit (wie ein Krieg) wütet. Auch in Österreich.