FOEHN-Post

S. Sie können beruhigt sein. Sogar der Rechnungshof hat uns wissen lassen: „Der Anhang (Seite 48 bis 59) wurde mit Interesse zur Kenntnis genom­men.“ Im besagten Teil des letzten Heftes wurde die „Tiroler Parteienfinan­zierungsmaschine“ auseinandergenommen. Demnächst mehr.
Die „Heimatwerbung GesmbH“, der Geldbeschaffungsarm der Tiroler Volkspartei, an deren saubere Geschäfte (mit TIWAG, TILAND usw.) wir in Heft 15 gerührt haben, hat uns übrigens Klagen angedroht. Zweimal, per Rechtsanwalt. Zuletzt dürfte aber der Mut zu einem Prozeß doch nur halb so groß wie die Wut über das im FOEHN zu Lesende gewesen sein.

Pensionist in K. Wen wundert da noch der Ausverkauf der österreichischen Industrie vor allem an deutsche Konzerne? Franz Geist, der langjährige Gen.Dir. der Verstaatlichten hat kürzlich Klartext geredet: „Gerade in der heutigen Zeit, in welcher materiell Mächtige und politisch einflußreiche Kräfte in unserer Heimat versuchen, eine österreichische Nation zu erfinden und aufzubauen und uns deutschfühlende Landsleute als eine Art Vater­landsverräter darstellen, benötigen wir neben unseren Emotionen auch jene sachlich historischen Gründe, die beweisen, daß wir Deutsche, d.h. deut­sche Österreicher sind.“ (Aula 9/91) Da ist die Installierung einer Manager­riege aus Deutschland (Bogdandy, Voisard, Münzner usw.) und der Abverkauf von Betrieben ebendorthin (Semperit, Steyr, Stölzle, BBU, Andritz usw.) nur noch Formsache.

Kurier-Leserin. Sie haben recht. Der tägliche kleine Rassismus sieht oft urgemütlich aus. Aber Rassismus ist, auch wenn ihn, wie sie schreiben, „der Tirol-Kurier in Witzchen abpackt“, nicht zum Lachen.

H. Dankeschön. Wir kennen zwei ähnliche Geschichten: Es sagte der Tiro­ler ÖGB-Vorsitzende Lenzi auf den Vorhalt, er habe am ÖGB-Kongreß im Juni 1988 in Linz zugestimmt, als die Gewerkschaft beschlossen hat, den „EG-Beitritt“ zu befürworten: „Na, da war i auf Urlaub!“ (28.10.88, Imst) Ja, und es sagte sein Stallbruder, der Nationalrat Müller, ein Reserveoffi­zier, der sein Maul gar nicht weit genug aufbringen kann, wenns um eine öffentlichkeitswirksame Erklärung zur Neutralität geht, auf den Vorwurf, man habe von ihm in den Tagen, da die Bundesregierung die Durchfahrt der Kriegspanzer durch unser Land genehmigt hat, nichts gehört: „I hab die ganze Woch koa Fax ghabt!“ (10.21991, Innsbruck)

U. Die US-„Bergepanzer“, die auf dem Weg zu ihrem Kriegseinsatz die österreichische Neutralität zerfetzt haben (FOEHN 15, S. 62/63), sind dort den in sie gesetzten Erwartungen voll gerecht geworden. Zwar nicht als „Pannenhelferfahrzeuge“ (Mock), sondern als Mordwerkzeuge. Mit den zwischen 12. und 14. Februar 1991 durch Tirol transportierten Panzern und Bulldozern hat die US-Armee Tage später bei ihrer Landoffensive „Tau­sende irakische Soldaten“ in deren Schützengräben „unter Tonnen von Sand“ (The Guardian, 13.9.91) lebendig begraben. Die „Beistandspflicht“, von der der Bundeskanzler gesprochen hat, war eine beim Umbringen!

FOEHN-Händler. Ihr Laden war bei der letzten Nummer wieder sehr erfolgreich. Noch mehr Hefte, nämlich über 400, sind nur in einem Geschäft verkauft worden.