FŒHN-Post

Nikaraguafreund. Das können Sie dem Muhri erzählen! Wir haben uns in der FOEHN-Post in Heft 5 erlaubt, anläßlich Ihrer Schilderung der nikaraguanischen Verhältnisse auch auf die afghanischen hinzuweisen. „Als ob man“, schreiben Sie, „zu jedem enthaupteten, zu Tode gefolterten Bauernführer oder Revolutionär flugs einen ermorderten Königstölpel hinzufügen müßte.“ Und dann ganz im KPdSU-Ton: „In Afghanistan gehts um den Sozialismus, der von Pakistan aus mit Hilfe des CIA und Horden von fanatischen Allah-Anbetern bekämpft werden soll.“ Der Sozialismus, den Sie meinen, sollte in der Tat bekämpft werden. Wir nennen diese Art Sozialismus jedoch ganz ungeschminkt Imperialismus. Und was Sie da ansprechen, ist halt der hundsgewöhnliche amerikanische Imperialismus, der dem sowjetischen — wie überall — die Beute streitig machen will. Neben den von Ihnen genannten Mördern im Dienste des CIA und den, ach, von Ihnen nicht genannten Mördern im Dienste des Kreml kämpft aber heute in Afghanistan ein Volk gegen jede fremde Einmischung. Wer über die Spitze seiner eigenen Nase hinaussieht, hat erkannt, daß Völker auf Dauer stärker sind als Bomben, Folter und Unterdrückung. Und so wird wie das nikaraguanische auch das afghanische Volk im Kampf um seine Befreiung gegen die inneren und die äußeren Feinde den Sieg davontragen.

F.H. Das ist natürlich sehr interessant. Weißt du mehr darüber? Wir sind auch der Meinung, daß Tirol eine „Stromkolonie“ ist. Das Geschäft mit unserer Wasserkraft machen deutsche Aktiengesellschaften. Wir bitten auch unsere Leser um Mitarbeit an einer grundlegenden Darstellung hiesiger Strompolitik, ihrer Vorwände und ihrer Hintergründe.

Autorenfunktionäre. Schon zum zweiten Mal verlangen Sie „dringendst Adresse und — wenn möglich — Telefonnummer“ des einmal im FOEHN vertreten gewesenen deutschen Dichters Reinhard Lettau. Sie wollen ihn mit der Aufnahme in die Reihe der österreichischen (!) Autoren beehren. Scheren Sie sich zum Teufel, Herr Ruiss, Herr Vyoral, Sie Ignoranten! Aber subito.

FOEHN-Leser. Ja, es ist oft etwas schwierig, an den FOEHN zu kommen. Sie können ihn aber auch telefonisch bestellen: 052 22 / 39 16 33 (abends). Das Abonnement (vier Hefte) ist weiterhin um hundert Schilling (einschließlich Versand) zu haben.

Wahlgewinner. Es geht voran! Die Zahl der Wahlberechtigten, die bei der jüngsten NR-Wahl sich nicht zwischen den fünf oder sechs Parteien sondern gegen diese entschieden haben, wächst schnell. Die Gruppe derer, die soetwas nicht wählen, und derer, die soetwas nicht gelten lassen — in schöner Umkehrung von den Herrschenden dann als Ungültigwähler bezeichnet —, haben nicht nur ihren Platz als dritte Kraft behauptet, sondern den Abstand zu den beiden vor ihr liegenden millionenschweren Parteien stark verkürzt. Die wirklichen Protestwähler liegen nach wie vor klar vor den von den Medien hinauftheaterten Nationalen. Das Ergebnis im Detail: SPÖ: 38,7%; ÖVP: 36,6%; Abwähler: 11,1%; FPÖ: 8,6%; Grüne: 4,2%. Die schon mehr als 600.000 Österreicherinnen und Österreicher, die teilweise unter Androhung von Strafen gleichsam über alle bestehenden Parteien das Kreuz gemacht haben, bedeuten gegenüber der NR-Wahl von vor drei Jahren eine Zunahme von 29 Prozent.

Capra. Die, die immer schon sagten, in welche Richtung Ihre geistige Produktion ginge, sind bestätigt worden. Wie wir kürzlich feststellen konnten, werden Sie in der rechtsradikalen Zeitschrift „Aula“ mit Vorliebe zitiert. Mit Recht. Grüß Gott.